Ein Fachbeitrag von Dr. Marcus Engelschalk und PD Dr. José Gonzales

Einleitung

Implantatprothetik wird durch Emergenzprofil und parodontale Funktionalität bestimmt. Grundlage ist die CAD/CAM Gestaltung und Fertigung von Abutment, Prothetik, Implantatgeometrien und verwendete Materialien. Ein Implantat muss ab Plattform Ansprüchen der Kraftverteilung auf den Knochen und der funktionellen Abutmentgestaltung entsprechen. Schulter- und Innenverbindungsart sind entscheidend. Die Prothetik soll gewebefreundlich und belastungsstabil sein. Die Hybridkeramik kann aufgrund des Dämpfungsverhaltens hier positiv wirken.

Hybridkeramik

Die Hybridkeramik VITA ENAMIC besteht aus einer strukturgesinterten keramischen Matrix in Kombination mit Polymermaterial. Die Verarbeitung erfolgt mit CAD/ CAM Technik für Einzelzahnrestaurationen. Hohes Belastungsniveau bei maximaler Kaukraft, niedriges Elastizitätsmodul bei Kräfteverteilung sowie resultierende Schadenstoleranz sind charakteristisch. Abrasion am Antagonist sind reduziert, das Weibullmodul erhöht. Eine Anwendungsbeobachtung für Implantate in beiden Kiefer ergab keine Einschränkung oder Empfehlung bezüglich des verwendeten Implantatsystem oder klinischen Vorgehens. Die Dezementierung und die Voll-/ Teilfraktur des Kronenkörpers wurden als Verlustkriterium eingeschlossen.

Implantatsystem

Das AnyRidge® Implantat (MegaGen) mit konischer Grundform, ausgeprägter Gewindestruktur und einheitlicher Implantatplattform für alle Implantatdurchmesser wurde verwendet. Dies ermöglicht den Einsatz aller unterschiedlichen verfügbaren Abutmentarten für jede Region. Es besteht aus einem um 5 Grad ansteigenden hexagonalen Innenkonus mit maximaler Abdichtung und verringerter bakterielle Ansiedlung.

Klinisches Vorgehen

Bei Freilegungen wurde ein Healing Abutment (Zfx München) oder ein Scan Healing Abutmet eingebracht. Ersteres wurde bei intaroralem Scan (3M True Definition) durch entsprechende Scankörper ersetzt. Letzteres wurden in Kombination mit einem Kunststoffscankörper intraoral gescannt und verblieb bis zur Versorgung in situ. Die STL-Daten wurden in eine Designsoftware übertragen. Abutment und Prothetik, additive Modellherstellung (Zfx München) und Fräsung von Abutment wie vollanatomischer Krone folgten.

Zusammenfassung

Implantatprothetik ist mehr als zahnbasierte Versorgungen auf gingivale Verträglichkeit und Funktionalität angewiesen. Individuelle Abutments sowie gingivophile Materialien können hier Grundlage sein. Dünne Randgestaltung der Hybridkeramik sowie biokompatible Eigenschaften aufgrund fehlender Monomerfreisetzung bilden die Basis einer gingivalen Adaptation. Der positive Einfluss auf periimplantäre Knochenheilung durch die Implantatform und Möglichkeiten zum Intraoralscan bieten so eine Formenvielfalt. Die Reduzierung der Schraubungen am eingeheilten Implantat vor Versorgung geben ein präventiven Knochenerhalt ab Anfang. Diese Faktoren können als Periimplantitisprophylaxe, Langzeiterfolg und Optimierung des Workflow gesehen werden.

Zahnmedizinische Praxisgemeinschaft für Parodontologie und Implantologie
München

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